Maschinenbau


Maschinenbau

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Ma|schi|nen|bau 〈m.; -(e)s; unz.〉 Herstellung von Maschinen u. maschinellen Einrichtungen

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Ma|schi|nen|bau, der <o. Pl.>:
1. das Bauen von Maschinen (1 a).
2. Lehrfach an einer technischen Hochschule, in dem die Konstruktion von Maschinen (1 a) gelehrt wird:
M. studieren.

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Maschinenbau,
 
Maschinenbauindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, innerhalb des verarbeitenden Gewerbes zum Investitionsgüter produzierenden Gewerbe zählender Wirtschaftszweig. Besondere Merkmale des Maschinenbaus sind seine Spartenvielfalt (z. B. Armaturen, Bau-, Druck-, Land-, Textilmaschinen, Kunststoff verarbeitende Maschinen, Förderanlagen, Verdichter), eine breite Produktpalette, ein hoher Anteil der Einzel- und Kleinserienfertigung sowie die überdurchschnittliche Arbeitsintensität, die sich in einem hohen Bedarf an Facharbeitskräften niederschlägt. Führend sind neben den USA und Japan in Europa Deutschland, Großbritannien und Frankreich, Italien und die Schweiz. Der Maschinenbau ist einer der größten Industriezweige Europas.
 
In Deutschland gehört er zu den bedeutendsten Branchen der Industrie. Mit einem Anteil von 15 % aller Beschäftigten der gesamten Industrie ist der Maschinenbau der größte industrielle Arbeitgeber. Er gehört zu den Branchen, die einen hohen Anteil ihres Umsatzes in Ausgaben für Forschung und Entwicklung investieren. Der Maschinenbau ist einer der innovativsten Industriezweige, der alle wesentlichen technischen Entwicklungen (z. B. Mikroelektronik, Laser- und Fluidtechnik, Sensorik, Entwicklung und Einsatz neuer Werkstoffe) in die eigene Produktion und in die von ihm hergestellten Produkte integriert. Als Ausrüster der Wirtschaft mit modernen Produktionsmitteln zur Herstellung von Erzeugnissen aller Art in bester Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen stellt der Maschinenbau eine wichtige Schlüsselindustrie dar.
 
Der Maschinenbau ist ausgesprochen mittelständisch strukturiert: Über 80 % der Unternehmen haben weniger als 200 und nur rd. 5 % mehr als 500 Beschäftigte. Die kleinen und mittleren Unternehmen sind hoch spezialisiert und v. a. in der Einzel- und Kleinserienfertigung tätig, während in der Serienproduktion und im Großanlagenbau die Großunternehmen dominieren. Der Maschinenbau ist überdurchschnittlich exportorientiert; rd. 65 % seiner Produktion gehen ins Ausland. Damit entfallen auf den Maschinenbau 18 % der gesamten Industrieexporte. Das Exportgeschäft ist seit Jahren die wesentliche Stütze des deutschen Maschinenbaus, wobei seit Beginn der 1990er-Jahre die stärksten Impulse aus Asien, Nord- und Südamerika sowie aus den Reformstaaten Osteuropas kommen. Im Zuge der Globalisierung haben immer mehr Unternehmen des Maschinenbaus zur Markterschließung und -absicherung ihre Vertriebs- und Servicenetze in Übersee ausgebaut, sind verstärkt Jointventures eingegangen und haben eigene (Teile-)Fertigungsstätten errichtet. Traditioneller Hauptabsatzmarkt sind die westeuropäischen Industriestaaten. Der deutsche Maschinenbau hält seit vielen Jahren den Spitzenplatz als weltgrößter Maschinenexporteur. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) mit Sitz in Frankfurt am Main repräsentiert etwa 90 % des Branchenumsatzes und vertritt die Interessen des deutschen Maschinenbaus.
 
Zu den weltweit größten Unternehmen des Maschinenbaus zählen Mannesmann AG, Thyssen-Gruppe, Mitsubishi Heavy Industries Limited und Rockwell International Corp. Bedeutend sind u. a. in Deutschland außerdem MAN AG, Krupp, Linde AG, Deutsche Babcock AG, Liebherr-Holding GmbH, Voith, in Großbritannien Hawker Siddeley Group Limited, in den USA Deere und in der Schweiz Sulzer AG. - Wirtschaftsverband in Österreich ist der Fachverband der Maschinen- und Stahlbau-Industrie Österreichs, Sitz: Wien. - In der Schweiz ist die dem deutschen Wirtschaftszweig Maschinenbau vergleichbare Branche die Maschinenindustrie. Sie ist definitorisch weiter gefasst und beinhaltet auch den Bereich der Elektroindustrie. Die Maschinenindustrie ist nach Beschäftigtenzahl und Exportanteil der bedeutendste Industriezweig in der Schweiz. Der Verein Schweizer Maschinen-Industrieller (VSM, Sitz: Zürich) ist der zentrale Wirtschaftsverband.
 
 
Statist. Hb. für den M., hg. vom Verband Dt. Maschinen- u. Anlagenbau VDMA (1952 ff.; früher u. a. Titeln).

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Ma|schi|nen|bau, der <o. Pl.>: 1. das Bauen von Maschinen (1 a). 2. Lehrfach an einer technischen Hochschule, in dem die Konstruktion von Maschinen (1 a) gelehrt wird: M. studieren.

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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